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Der Holzschnitt, die älteste grafische Technik der Vervielfältigung, ist ein Hochdruck-Verfahren, d. h. die auf einer Druckplatte erhöht liegenden Flächen und Linien übertragen die Farbe. Eggert Gustavs verwendete für seine Holzschnitte vorwiegend Kiefernholz, Pappelholz und Furnier- oder Tischlerplatten mit einem Faserverlauf parallel zur Druckfläche. Dagegen arbeitete er zur Herstellung von Holzstichen mit quer zur Faser geschnittenem Hirnholz des Birnbaumes, das eine sehr feine, enge Faserung aufweist und dem Stichel in jeder Richtung den gleichen, gut kontrollierbaren Widerstand bietet – anders als das zuweilen schwer berechenbare Langholz.

Zuerst brachte er die Vorzeichnung auf das Holz, um dann mit speziellen Holzschnittwerkzeugen die überflüssigen Teile der Holzoberfläche herauszuschneiden. Solche Schnittwerkzeuge haben in der Regel einen pilzförmigen Griff, der es ermöglicht, mehr Druck auf das Werkzeug auszuüben. Am Ende dieses Prozesses blieben die Linien und Flächen der Zeichnung als Grate, Stege oder größere Flächen stehen. Die fertige Druckplatte färbte er dann schließlich mit Druckfarbe ein. Dazu wurde die Farbe vorher mit einer Handwalze gleichmäßig auf einer Glasplatte verteilt und erst dann mit dieser Walze auf den sogenannten Druckstock aufgebracht.

Der eigentliche Druck erfolgte, indem ein saugfähiger, also ungeleimter und manchmal leicht angefeuchteter Papierbogen auf den eingefärbten Druckstock gelegt und angedrückt wurde. Durch unterschiedlich starkes Andrücken oder Reiben konnten verschiedene Schwarz- bzw. Grauabstufungen erreicht werden.

Oft schnitt Eggert Gustavs auch mehrere Platten für den Druck eines einzigen Bildes – und zwar sowohl für Mehrfarbendrucke als auch für Schwarz-Weiß-Drucke. Außerdem hat der Künstler die natürliche Maserung des Holzes gelegentlich bewusst als grafisches Element z. B. zur Wolkendarstellung eingesetzt. Diesen Effekt erreichte er, indem er das Holzbrett mit einer Drahtbürste behandelte, um dessen Maserung reliefartig hervortreten zu lassen. So milderte er zuweilen den scharfen Kontrast zwischen schwarz und weiß und konnte durch eine größere Halbtonabstufung verschiedener Partien den Bildern eine Art von schwebender Leichtigkeit verleihen.

Im Buch sind auf den Seiten 66-74 Holzschnitte von Eggert Gustavs abgebildet.

Holzschnitt_0202

“Schabernack” Neuendorf (2 Platten)

Die Herstellung des Holzschnittes „UNITER“ erfolgte im sogenannten Weißlinienschnitt, bei dem der Künstler die Linien der Zeichnung wie eine Gravur in den Holzblock eingeschnitten hat. Diese Rillen nehmen beim Einfärben keine Druckfarbe an, bleiben also beim Abdruck weiß, während sich die Farbe des erhöht gebliebenen Umfeldes auf das Blatt überträgt. Somit wird beim Abzug nur und gerade die Fläche abgedruckt, die eigentlich den Hintergrund ausmacht.

Im Fall der Grafoplastik „UNITER“ ist jedoch ausnahmsweise der Druckstock, der als Plastik frei stehend seine beeindruckende Wirkung erzielt, das eigentliche Kunstwerk.

Der Linolschnitt, die jüngere Variante des Holzschnittes, ist eine grafische Technik, die ebenfalls mit dem Hochdruckverfahren arbeitet. Mit speziellem Werkzeug wird ein Negativmuster geschnitten. Das bedeutet, auch hier muss der Künstler ein seitenverkehrtes Bild schneiden – bei Texten also mit Spiegelschrift arbeiten.

Da Linoleum wesentlich weicher ist als Holz, lässt es sich mit Messern und Schneidfedern leichter bearbeiten und - wie beim Holzstich - in jeder Richtung auf gleiche Weise und mit gleichem Druck schneiden. Beispiele für Gustavs’sche Linolschnitte sind auf den Seiten 77-81 des Buches abgebildet.

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Druckplatte und Druck “Last - List - Lust”

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Werkzeug (zum Teil selbst gefertigt), mit dem Eggert Gustavs arbeitete

Die Lithografie (v. altgriech.: λίθος lithos, „Stein“ und γράφειν graphein, „schreiben“) ist ein Flachdruck-Verfahren bzw. das Ergebnis eines solchen Steindrucks.
Bis etwa um 1910 war die Lithografie eine sehr häufig verwendete Drucktechnik Auch die berühmten Neuruppiner Bilderbögen von Gustav Kühn wurden in diesem Verfahren hergestellt.

Die zu druckende Zeichnung wird mit einer fetthaltigen Substanz (z. B. Lithokreide oder –tusche) auf einen speziell zubereiteten (geschliffenen, gekörnten und entfetteten) feinporigen Kalkstein aufgebracht und stabilisiert. Der ungeschützte Grund der Zeichnung wird sodann mit der sogenannten Ätze und anschließend mit Gummiarabikum behandelt, so dass er beim Einfärben der Druckplatte die fetthaltige Druckfarbe nicht annimmt.
Zum Drucken wird nun meist ein leicht befeuchtetes Blatt Papier auf die Steinplatte aufgelegt und mittels einer geeigneten Presse unter sehr starkem Druck auf diese gepresst. Wie bei allen direkten druckgrafischen Techniken entsteht so ein spiegelbildlicher Abdruck der Zeichnung.
Einige Lithografien von Eggert Gustavs sind im Buch auf den Seiten 82 und 83 abgebildet.

Die Monotypie verbindet Malerei, Zeichnung und Grafik. Statt auf Papier oder Leinwand wird mit Druckfarbe auf Glas-, Acryl- oder Metallplatten gezeichnet oder gemalt und das Resultat, solange die Farbe noch feucht ist, auf das Papier gedruckt. Damit ist immer nur ein einziger (seitenverkehrter) Abdruck, ein Unikat, möglich. So kann die Monotypie auch nicht der herkömmlichen Druckgrafik zugeordnet werden, weil ja deren Hauptmerkmal, die Herstellung beliebig vieler, fast identischer Abbildungen, nicht gegeben ist. Die Verbindung zur Druckgrafik ist jedoch darin zu sehen, dass die Bildfläche, also das Druckpapier, nicht direkt, sondern in mittelbarer Verfahrensweise bearbeitet wird.

Eggert Gustavs verwendete Glasplatten zur Herstellung seiner Monotypien. Er nutzte diese vermutlich nicht häufig verwendete Technik unter anderem auch, um Motive zu bearbeiten. Dazu legte er eine Skizze unter die Glasscheibe, nahm daran Veränderungen vor und konnte mit dem sofortigen Druck das Ergebnis begutachten, kontrollieren und gegebenenfalls weitere Korrekturen vornehmen. (Buch, Seiten 84 und 85)

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Holzschnitt_01

“Abendsonne über Neuruppin”
Holzschnitt von vier Druckplatten
(siehe unten)

Druckplatten_01
Uniter

“Uniter”, Grafo-Plastik

Holzschnitt_0302

Inselkirche Kloster

Druckplatte_01

Druckplatte ”Zeesenboot”

Litho_0104

Lithografie

Glasdruck_01

Monotypie (Glasdruck)

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